Salsa ist "klingender Rum, mit den Ohren zu trinken...",
wie der kubanische Nationaldichter Nicolás Guillén einmal gesagt hat.

Salsa ist weder ein Rhythmus noch ein Tanz, sondern eher eine Art Sammelbegriff für afro-kubanische Rhythmen wie Son, Mambo, Guaguanco, Cha Cha Cha, Guaracha, ...

Aber vor allem ist Salsa ein Lebensgefühl!

Früher war Salsa eine sozial und politisch sehr engagierte Musik mit starker regionaler Bindung. Die Ursprünge liegen in der populären Musik Kubas, die ein explosives Mischprodukt ist. Sie spiegelte die wechselvolle Sozial- und Kulturgeschichte dieses Landes wider. In einem jahrhundertelangen, von Widersprüchen und Auseinandersetzungen geprägten Verschmelzungsprozess verband sich die Musik der spanischen Siedler mit den traditionellen Tänzen, Liedern und Instrumenten der Sklaven. Inzwischen handeln die Salsa-Texte eher von Herzschmerz und ähnlichem. Von Kuba aus fand die Musik in den 50-er Jahren ihren Weg nach Amerika. Zunächst waren die Hochburgen in Regionen zu finden, in denen ähnliche soziale und kulturelle Bedingungen herrschten wie in Kuba, z.B. in Städten Venezuelas, Kolumbiens oder Puerto Ricos. Dann hielt sie in den 70er Jahren erfolgreich Einzug in New York. Heute wird Salsa praktisch auf der ganzen Welt getanzt.

Zu Salsa-Musik verkörpern die Tanzpartner ihre Rollen als Mann und Frau, als Macho und Verführerin, mal langsam und romantisch, mal schnell und erotisch.

Beim Salsa knistert´s

Inzwischen gibt es in allen Großstädten Europas eine Salsa-Szene. Hier wird vorwiegend Salsa-Mambo-Musik gespielt, man hört aber auch Merengue, Bachata und ähnliche Rhythmen. Jeder dieser Tänze hat eine typische Stil- und Musikart mit vielen, vielen Abwandlungen.
 

Stilrichtungen

Salsa ist einem sehr schnellen Wandel unterworfen, ständig strömen neue Einflüsse auf diesen Tanz ein und werden aufgenommen, so dass Salsa uns auch in Zukunft ständig ein neues Bild zeigen wird.

Es gibt grundsätzlich zwei große Stilrichtungen in Salsa: Der Cuban Style und der Puerto Rican Style. Beide Arten spielen das gleiche uralte Spiel des Eroberns und Erobert-Werdens.

Der erste Schritt kann auf dem ersten, zweiten oder dritten Schlag der Musik getanzt werden. Je nach Stilrichtung wird mit dem schnellen oder langsamen Schritt begonnen. In den USA und Puerto Rico wird dieser "Break" genannte erste Schritt überwiegend auf 2 getanzt, während in Europa und auch auf Kuba durchaus die 1 oder 3 im Break gesehen wird.

Was ist der New York-Style?

In New York sieht man eine unendlich große Vielfalt von Interpretationen, angefangen von HipHop Einflüssen, über Flamenco, Tango Argentino, Hustle, Ballett etc. Gekennzeichnet ist der New York Style durch Vor- und Zurückgehen im Grundschritt. Das - verbunden mit dem CBL ('Cross Body Lead' - Platztausch) - ist eines der wichtigsten Merkmale und Grundelement im NY-Style. Weiterhin legt man im New York Style großen Wert auf Footwork, zu deutsch 'Solo Schrittkombinationen' - manchmal auch Shines genannt. Die bekannteste Schrittkombination ist sicherlich 'Suzie Q.'. Aber noch viel gravierender im Unterschied zu anderen Salsa-Tanz-Stilen ist die Philosophie: Der Mann ist dazu da, die Frau zu präsentieren, d.h. er selbst hält sich charmant zurück und gibt der Frau genügend Gelegenheit, Platz und Spielraum für eigene Figuren, Drehungen, Dips usw.: der Mann tanzt dezent - die Frau zieht die Blicke auf sich. Das ist der größte Bruch gegenüber dem kubanischen Stil - hier ist die Frau manchmal nur 'Anhängsel' des Mannes, der sich selbst produziert und teilweise keinen (Blick-) Kontakt zur Frau mehr hält sondern diese lässig um sich herum dreht (nicht vor und zurück wie beim New York Style) oder sich von ihr abwendet. Das beantworten dann die Kubanerinnen mit besonders aufreizenden Bewegungen locker aus dem Becken heraus, welche dann wiederum die Blicke der Zuschauer auf die Frau ziehen. Als besonders 'cool' bei der Salsa Cubana gilt bei manchen Männern, während des Tanzens mit anderen Frauen am Rande der Tanzfläche zu flirten. Kubanisch kann man auch auf der '2' tanzen - die Kubaner nennen das Contra-Tiempo und den Cross-Body-Lead kennen sie auch als 'Dile que no'. Den Los Angeles Style/LA Style gibt es erst, seit die Brüder Vasquez sich in Los Angeles für die Salsa engagieren und u.a. mit Auftritten in Hollywood-Filmen bekannt wurden (Mitte/Ende der 90-er). Dabei handelt es sich um New York Style auf der '1', verbunden mit Fallfiguren (Drops) und anderen teilweise akrobatischen Showelementen, die für Aha-Effekte und spontanen Beifall sorgen.

Mehr Infos zum Thema Tanzen gibt´s unter www.tanzen.de!
Quelle: Tanzlehrerakademie des ADTV und Olaf Pries (ADTV Tanzlehrer) August 2004

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